22.Februar, 2026
Das US-Nationalarchiv (NARA) hat im Januar 2026 einen massiven Beitrag zur historischen Transparenz geleistet, indem es über 5.000 zusätzliche Dokumente aus der Ära des „Project Blue Book“ digitalisierte. Diese ehemals physisch in den Regalen von College Park lagernden Akten umfassen den Zeitraum der 1950er und 1960er Jahre, in denen die US-Air-Force systematisch UFO-Meldungen untersuchte. Die Veröffentlichung enthält hunderte handgeschriebene Zeugenaussagen von Zivilisten und Militärpersonal, die bisher nur schwer zugänglich waren. Besonders wertvoll für die Forschung sind die nun hochauflösend verfügbaren Skizzen und Originalfotografien von Objekten, die damals als „unidentifiziert“ eingestuft wurden. Viele der Dokumente stammen aus den abschließenden Jahren des Projekts, kurz bevor es 1969 nach dem Condon-Report offiziell eingestellt wurde.
Historiker erhoffen sich von diesen Daten neue Erkenntnisse darüber, wie interne Entscheidungsprozesse zur Einstufung bestimmter Fälle abliefen. Es gibt Hinweise darauf, dass einige Berichte in den digitalen Ordnern detailliertere Radar-Auswertungen enthalten, als in den bisherigen Mikrofilm-Kopien erkennbar war. Die Digitalisierung ermöglicht es nun KI-gestützten Systemen, die Texte nach Mustern in Flugmanövern oder geografischen Hotspots zu durchsuchen. Interessanterweise finden sich in der Sammlung auch interne Korrespondenzen über die mediale Strategie im Umgang mit der öffentlichen Neugier. Kritiker der damaligen Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Akten auch zeigen, wie aktiv versucht wurde, ungelöste Fälle als Wetterphänomene wegzuerklären.
Dennoch bietet das Material eine unschätzbare soziologische Perspektive auf die Ära des Kalten Krieges und die damalige Angst vor technologischen Überraschungen. Die NARA betonte, dass die Aufbereitung dieser Dokumente Teil einer größeren Initiative ist, das gesamte UAP-bezogene Erbe der USA online zugänglich zu machen. Die Veröffentlichung löste im Januar eine Welle von privaten Forschungsprojekten aus, die versuchen, alte Fälle mit modernen meteorologischen Daten abzugleichen. Viele der Berichte betreffen Sichtungen über nuklearen Testgeländen, was die aktuelle Debatte über UAPs und Atomkraftwerke historisch untermauert. Da die Akten nun weltweit abrufbar sind, wird mit einer Flut neuer Analysen durch internationale Experten gerechnet. Es zeigt sich einmal mehr, dass das Interesse an „Project Blue Book“ auch über ein halbes Jahrhundert später ungebrochen bleibt. Damit schließt sich eine wichtige Lücke in der Dokumentation der frühen US-Luftraumüberwachung.